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Freie Wähler Freising e.V. |
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│Was kommt danach? |

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Ende des Zivildienstes am 31.03.2011 – was kommt danach? 20.1.2011 (rs) - Der Zivildienst ist über Jahrzehnte zu einer Säule unseres Sozialsystems geworden. 90.000 junge Männer haben im vergangenen Jahr diesen Ersatzdienst geleistet. Zivildienstleistende pflegen Kranke, kümmern sich um Kinder, betreuen Behinderte und arbeiten in Senioreneinrichtungen. Sie fahren Essen aus, lesen alten Menschen vor und helfen in Jugendheimen bei den Hausaufgaben. Nach dem Aussetzen der Wehrpflicht fallen diese Stellen weg, denn ohne sie gibt es keine Kriegsdienstverweigerer. Soziale Einrichtungen wie in Freising z.B. das Heiliggeistspital, die Arbeiterwohlfahrt, das Rote Kreuz, die Lebenshilfe uvm. müssen sich nach Alternativen umsehen. Man hat sich vielfach auch schon Gedanken darüber gemacht, wie man diese Lücken füllen könnte. Einige werden als Ersatz Praktikanten einstellen oder hoffen auf Hilfe von Personen die ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren. Wieder andere müssen ganz umstrukturieren, um die Lücken abzudecken und auf 400.- €-Kräfte zurückgreifen. Eine Personalkostensteigerung lässt sich in den meisten Fällen wohl nicht vermeiden, die wiederum auf die Nutzungsgebühren umgelegt werden müssen. Jedenfalls ist überall eine große Betroffenheit festzustellen. Es ist gewissermaßen ein Kollateralschaden, den der Verteidigungsminister da in Kauf genommen hat. Anstelle von derzeit rund 90.000 Zivildienstleistenden hofft Bundesfamilienministerin Schröder künftig 35.000 Freiwillige zu finden, die sich im Normalfall für ein Jahr verpflichten. Da dies aber oft der Lebensplanung junger Menschen bei der Berufsausbildung, Studium oder Gründung einer Familie entgegensteht, wird dies niemals, schon rein zahlenmäßig, ein ausreichender Ersatz für den Zivildienst sein. Es wird also unbequem werden für unsere Sozialeinrichtungen. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen werden um kostengünstige Helfer kämpfen müssen; dabei geht es um viel Geld. Zum Vergleich: Pflegekräfte verdienen pro Stunde um 8,50 €. Für den freiwilligen Zivildienst waren bisher monatlich nur 500,-- € vorgesehen. Für das freiwillige soziale Jahr gibt es nur rund 200.- bis 250.- € pro Monat, was keinen besonderer Anreiz darstellt. Im Unterschied zum Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), das wie bisher weiter existieren soll, will man auch ältere Menschen ansprechen. Es gibt viele Rentner, die fit sind und sich sozial engagieren möchten, also ein Ehrenamt übernehmen können. Viele wissen aber nicht wie.“ Gerade auch deshalb wird z.Zt. in Freising auf Initiative des Agenda-Sozialbeirates, mit Unterstützung der Stadt eine längst überfällige Ehrenamtsbörse aufgebaut, die hilfswillige Menschen und soziale Einrichtungen vermittelt. Alles in allem ist die derzeitige Abschaffung des Zivildienstes eine voreilige Handlung, die unausgegoren ist und erst Tatsachen schafft und nur unausgegorene Lösungsvorschläge anbietet. - Rita Schwaiger, Stadträtin -
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